Manuelle Tests (IT)Manueller Softwaretester

Was sind Grenzwerte und äquivalente Partitionierung im manuellen Testen? Wie wendet man diese Techniken richtig an und was kann schiefgehen?

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Antwort

Grenzwerte (Boundary Value Analysis, BVA) und äquivalente Partitionierung (Equivalence Partitioning, EP) sind grundlegende Methoden des Testdesigns im manuellen Testen.

Hintergrund:

Die Techniken wurden entwickelt, um die Überfülle an Testfällen zu reduzieren und die Wahrscheinlichkeit der Fehlerentdeckung mit geringeren Aufwänden zu erhöhen. Die äquivalente Partitionierung ermöglicht es, alle möglichen Eingabewerte in Gruppen zu unterteilen, die gleich behandelt werden sollten, während Grenzwerte Fehler aufdecken, die häufig an den Rändern der Bereiche auftreten.

Problem:

Die Hauptschwierigkeit bei der Anwendung dieser Techniken liegt in der fehlerhaften Bestimmung der Grenzen und Partitionen. Zum Beispiel können Tester die Bereiche falsch definieren (zum Beispiel um eins falsch liegen) oder implizite Grenzen nicht berücksichtigen (zum Beispiel, ob 0 funktioniert, wenn der Bereich von 1 ausgeht).

Lösung:

Für eine effektive Anwendung ist es erforderlich, die Spezifikation sorgfältig zu lesen, genau zu bestimmen, welche Eingabewerte erwartet werden, und die geschlossenen und offenen Grenzen sorgfältig zu kennzeichnen. Es ist immer ratsam, strittige Fälle mit Analysten oder Entwicklern zu besprechen.

Wichtige Merkmale:

  • Bieten hohe Abdeckung bei minimaler Anzahl an Testfällen.
  • Finden häufig die kritischsten Fehler an den Schnittpunkten der Bereiche.
  • Sparen Zeit, erfordern jedoch Sorgfalt bei der Analyse der Anforderungen.

Verzwickte Fragen.

Wenn es viele äquivalente Klassen gibt, müssen alle deren Grenzen unbedingt getestet werden?

Nein, es sollten die geschäftlich kritischsten (nur gültige und ungültige) ausgewählt werden, um die Testmatrix nicht zu überlasten.

Gilt der Grenzwert selbst als Teil des Bereichs?

Das hängt von den Bedingungen der Aufgabe ab: Wenn der Bereich [1, 10] ist, gehören 1 und 10 dazu; wenn (1, 10), dann nicht.

Können diese Techniken auch für Text- und Zeichenfolgen-Daten angewendet werden?

Ja, zum Beispiel zur Überprüfung der Länge von Zeichenfolgen, zulässigen Zeichen und leeren Werten.

Typische Fehler und Anti-Pattern

  • Falsch definierte Grenzen (Fehler um 1).
  • Grenzbedingungen wurden übersehen, z.B. minimaler oder maximaler Wert.
  • Nur gültige Werte werden getestet, ungültige werden ignoriert.

Beispiel aus dem Leben

Negativer Fall

Ein Tester hat bei der Überprüfung des Feldes "Alter" (1-120) nur Testfälle für die Werte 20, 50 und 100 erstellt.

Vorteile:

  • Testreihe wurde schnell durchgeführt.

Nachteile:

  • Kritische Fehler an den Grenzwerten: 1, 120, 0 und 121 wurden übersehen.

Positiver Fall

Der Tester hat alle Grenzen überprüft: 0, 1, 2, 119, 120, 121 und einen zufälligen Wert innerhalb des Bereichs.

Vorteile:

  • Fehler werden an kritischen Punkten gefunden.
  • Das Vertrauen in die Qualität des Produkts steigt.

Nachteile:

  • Es werden etwas mehr Tests benötigt, was mehr Zeit in Anspruch nimmt.