Historie der Frage:
Die Datenmigration ist ein kritischer Schritt in großen IT-Projekten, insbesondere wenn der Übergang von veralteten Informationssystemen (Legacy) auf neue Lösungen erfolgt. Fehler bei der Formalisierung der Anforderungen können zu Verlust wichtiger Informationen oder langen Ausfallzeiten beim Start des neuen Systems führen (häufig bei großen Implementierungen). In der Geschichte gibt es traurige Fälle von Bankenkollapsen aufgrund von Migrationsfehlern!
Problem:
Unklarheiten über die Formate von Quellen und Zielen, Unterschiede in der Datenstruktur, Unvereinbarkeit von Referenzdaten, Fehler im Mapping und gegensätzliche Erwartungen des Biz-Teams und des technischen Integrators sind die Hauptursachen für problematische Migrationen. Fiktive oder unzureichend detaillierte Dokumentationen führen zur Unfähigkeit, nachzuvollziehen, welche Daten kritisch sind, welche aggregiert werden können und welche im Prinzip nicht migriert werden dürfen.
Lösung:
Der Systemanalytiker führt eine Datenrevision auf der Quellseite zusammen mit den Eigentümern der Geschäftsprozesse durch; erstellt eine ausführliche Datenkarte (Data Mapping), bestimmt, welche Attribute zwingend migriert werden müssen und welche nicht. Er dokumentiert Annahmen zur Datenqualität (Sauberkeit, Vollständigkeit), definiert Transformationsregeln (z.B. Änderung von Datums- und Währungsformaten, Kodierungen). Für kritische Felder wird eine Testmigration und Szenarien zur Rückprüfung (Reconciliation) implementiert. In jedem Schritt werden parallel Rückfallanleitungen und Kriterien für den Erfolg der Migration ausgearbeitet.
Hauptmerkmale:
Reicht es aus, die Datenformate zwischen den Systemen zu vergleichen, um eine erfolgreiche Migration sicherzustellen?
Nein. Selbst bei Übereinstimmung der Formate kann es Unterschiede in der Geschäftsbedeutung der Daten, der Validität von Referenzdaten, der Semantik von Werten geben. Eine geschäftliche und technische Prüfung jedes Feldes ist notwendig.
Kann man sich darauf beschränken, nur "die gefragtesten" Daten zu migrieren?
Nein. "Seltene" Daten können geschäftskritisch für bestimmte Benutzerprozesse sein (z.B. für alte Verträge, Versicherungen). Alles muss in den Anforderungen festgehalten werden.
Sollte die Möglichkeit eines Rollbacks der Migration vorgesehen werden?
Unbedingt — selbst bei 100% Tests sind kritische Fehler nach dem Go-Live möglich, Rollbacks sind ein fester Bestandteil der Dokumentation.
Negativer Fall: Bei der Migration eines vererbten Banksystems hat der Analyst nur die Übertragung der Haupttabellen genehmigt, ohne die Geschäftsbedeutung der alten nicht mehr verwendeten Referenzdaten zu klären. Infolgedessen entdeckten die Kunden nach dem Start Probleme mit der Historie von Transaktionen aus den letzten Jahren.
Vorteile:
Nachteile:
Positiver Fall:
Der Analyst hat zusammen mit dem Geschäft und der IT eine Revision aller Datenmengen durchgeführt, separate Anforderungen für die Übertragung "seltenen" Daten formuliert, Validierungsszenarien und Rollback genehmigt. Die Migration verlief erfolgreich, es gab keine kritischen Beschwerden.
Vorteile:
Nachteile: