Manuelle Tests (IT)QA Engineer (Manuelles Testen)

Wie kann die Effizienz von manuellem Testen bei der Arbeit mit nicht-funktionalen Anforderungen (zum Beispiel Usability oder Accessibility) gesteigert werden, und welche Tools stehen Testern zur Verfügung?

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Antwort.

Nicht-funktionales Testen ist die Überprüfung eines Systems nicht nur aus der Perspektive der Ausführung von Geschäftsanforderungen, sondern auch hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit (Usability), Leistung, Sicherheit, Anpassungsfähigkeit und Barrierefreiheit (Accessibility).

Hintergrund der Frage: Wenn am Anfang des Testens der Schwerpunkt ausschließlich auf "funktioniert/nicht funktioniert" lag, wurde mit zunehmendem Wettbewerb und Anforderungen an die Produktqualität auch auf begleitende Parameter wie Benutzerfreundlichkeit, Geschwindigkeit der Arbeit und Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen geachtet. Dies hatte Auswirkungen auf die Entwicklung des nicht-funktionalen Testens.

Problem: Tester wissen oft nicht, wie sie nicht-funktionale Parameter manuell formalisiert und bewertet werden können. Es entsteht Subjektivität: Was für einen Benutzer bequem ist, ist für einen anderen unbequem. Das Fehlen klarer Checklisten und Kriterien verschärft die Situation nur.

Lösung: Tester sollten:

  • Standards und Empfehlungen wie WCAG für Barrierefreiheit oder ISO 9241 für Benutzerfreundlichkeit verwenden.
  • Spezielle Tools anwenden (zum Beispiel einen Farbkontrastanalysator zur Überprüfung des Kontrasts von Text und Hintergrund, einen Screen-Reader-Simulator zur Überprüfung der Zugänglichkeit).
  • Checklisten zur Überprüfung der Benutzererfahrung, Navigation, Lesbarkeit von Elementen usw. entwickeln.
  • Echte Benutzer mit unterschiedlichem Hintergrund für Benutzertests einbeziehen.

Wesentliche Merkmale:

  • Arbeiten mit „lebenden Benutzerszenarien“ und nicht nur mit fertigen Testfällen.
  • Die Notwendigkeit, gefundene nicht-funktionale Probleme so konkret wie möglich zu dokumentieren.
  • Die Fähigkeit, externe Tools zur Analyse zu verwenden (zum Beispiel Lighthouse, Axe, NVDA, JAWS, Color Contrast Analyzer).

Fangfragen.

Kann man auf manuelles Testen der Benutzerfreundlichkeit verzichten, wenn automatisierte Tests durchgeführt werden?

Nein. Die Benutzererfahrung ist stark subjektiv, und viele Aspekte können nur durch manuelle Analyse oder das Feedback realer Benutzer identifiziert werden.

Reicht es aus, die Zugänglichkeit (Accessibility) nur mit automatischen Scannern zu überprüfen?

Nein. Automatische Überprüfungen identifizieren in der Regel nur 20–30% der Probleme. Der Rest wird nur durch manuelle Interaktion entdeckt: durch Tastaturnavigation, Lesen mit einem Screen-Reader usw.

Muss Accessibility getestet werden, wenn unter den Kunden keine Menschen mit Behinderungen sind?

Ja. Gesetzgebung, Qualitätsstandards und die Zukunftsperspektiven des Produkts erfordern eine hohe Zugänglichkeit. Außerdem könnten einige Benutzer zeitweilige Einschränkungen haben (zum Beispiel Verletzungen).

Typische Fehler und Anti-Patterns

  • Missachtung nicht-funktionaler Anforderungen aufgrund ihrer unterschätzten Bedeutung.
  • Dokumentation der Ergebnisse ohne Verweise auf Standards.
  • Beschreibung von Bugs mit Formulierungen wie "unangenehm" oder "unbequem" ohne Konkretisierung.

Beispiel aus dem Leben

Negativer Fall

Der Tester hat den niedrigen Kontrast der Beschriftung zur Schaltfläche übersehen: Benutzer mit Sehbehinderungen konnten den Text nicht sehen.

Vorteile:

  • Zeitersparnis beim Testen.

Nachteile:

  • Benutzer beschwerten sich, die Anzahl der Support-Anfragen stieg, Reputationsverluste.

Positiver Fall

Der Tester verwendete ein kostenloses Tool zur Überprüfung des Kontrasts und erstellte eine Checkliste zur Barrierefreiheit.

Vorteile:

  • Frühe Erkennung von Barrierefreiheitsmängeln vor der Veröffentlichung.
  • Erhöhung der Benutzerloyalität.

Nachteile:

  • Verlängerung des Testzyklus.
  • Notwendigkeit, zusätzliche Standards und Tools zu lernen.